Besorgt hat sich der Vorsitzende der Berliner Gewerkschaft Strafvollzug (BSBD Berlin), Thomas Goiny, über die Lage in den Haftanstalten der Bundeshauptstadt gezeigt. Im rbb-Inforadio kritisierte Goiny am 15. Februar 2007, dass der Vollzug von der Berliner Senatsverwaltung in den vergangenen Jahren „wie ein Stiefkind“ behandelt worden sei.
„In den vergangenen zehn Jahren wurden fast 20 Prozent des Personals abgebaut, so dass wir heute einen massiven Mangel in der Betreuung der Inhaftierten verzeichnen.“ Dies sei kontraproduktiv, da die Strafvollzugsbediensteten nicht nur für die Sicherheit innerhalb der Gefängnisse und gegenüber der Bevölkerung verantwortlich seien, sondern insbesondere auch für die Resozialisierung der Straftäter. „Uns fehlen aber die Leute, die sich darum kümmern - im Werkdienst, im Schuldienst, in der Sozialbetreuung.“ Aufgrund des Personalmangels sei die Sicherheitslage momentan in allen Berliner Haftanstalten äußerst kritisch, erläuterte Goiny und warnte vor einer Eskalation der Situation: „Weil das Personal für eine entsprechende Betreuung der Insassen fehlt, müssen die Kollegen die Gefangenen häufig einschließen. Das führt natürlich zu Unmut und einem enormen Druck bei den Straftätern. Wenn der sich eines Tages entladen sollte, wäre beispielsweise in der Vollzugsanstalt Tegel nicht einmal genügend Personal für den Ernstfall da, so dass wir sofort Polizeikräfte aus Ruhleben zur Hilfe rufen müssten.“
Der Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sicherte der Berliner BSBD-Vorsitzende „unsere volle Unterstützung“ in dem Vorhaben zu, gemeinsam mit dem Gesamtpersonalrat Justiz eine Bestandsaufnahme der Mängel durchzuführen und Lösungswege zu erarbeiten.