Plakataktion der Initiative Öffentliche Dienste bundesweit gestartet: Genug gespart – Wir machen mobil für einen leistungsstarken Staat 

19.09.2007

GefängnisFreiheitsentzug als Strafe ist ein schwerer Grundrechtseingriff. Kein Wunder, dass die 38.000 Justizvollzugsbediensteten bei der Arbeit mit den rund 80.000 Insassen in den deutschen Gefängnissen Anfeindungen ausgesetzt sind. Ungefähr 3.000 Stellen fehlen bundesweit. Statt diese missliche Lage zu beheben, wollen einige Länder dem amerikanischen Beispiel folgen und den Haftvollzug (teilweise) privatisieren. Die Lobby der „Gefängnisindustrie“ gilt dort als sehr erfolgreich bei der Verschärfung der Strafgesetzgebung. Klar: Nur voll ausgelastete Gefängnisse bringen maximalen Gewinn...

Die von dbb beamtenbund und tarifunion und ver.di Anfang August ins Leben gerufene „Initiative Öffentliche Dienste“ macht mobil gegen das staatliche Spardiktat zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger: Sie bekämpft fortlaufende Haushaltskürzungen, Privatisierungen und weiteren Stellenabbau und setzt sich für eine faire Bezahlung der Beschäftigten in den öffentlichen Diensten ein. Unter dem Motto „Genug gespart – Öffentliche Dienste sind Mehrwert“ sollen zudem die vielen Leistungen der öffentlichen Dienste dargestellt werden.
„Der Staat darf sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Alle Bürgerinnen und Bürger nutzen öffentliche Dienste, sie sind unverzichtbar. Hier verwendete Steuergelder kommen allen zugute. Er hat die Pflicht, öffentliche Dienste zur Verfügung zu stellen – bezahlbar, in guter Qualität und überall erreichbar. Öffentliche Dienste dürfen nicht ´kaputtgespart` werden!“ Diese und andere Botschaften zur Unverzichtbarkeit der öffentliche Dienste sollen in den kommenden Monaten in die Öffentlichkeit getragen und breit diskutiert werden.

GenugGespartHierzu dient auch und vor allem die Internetseite der Kampagne, die ebenfalls an den Start gegangen ist. Auf www.genuggespart.de wird eine bisher einmalige Leistungsschau präsentiert, in der über 100 öffentliche Dienst-Leistungsbereiche vorgestellt werden. Darüber hinaus finden sich hier weitere Hintergrundinformationen und Umfragen zum Thema sowie ein umfangreicher interaktiver Bereich, der zum Mitmachen, Diskutieren und Protestieren per Video, Mail oder SMS einlädt.