Bürgerbefragung bestätigt die Auffassung des BSBD Berlin

08.10.2008

Das Ergebnis der im Auftrag des dbb durchgeführten Bürgerbefragung zum öffentlichen Dienst bestätigt die Auffassung des BSBD Berlin, dass die Bürger der Privatisierung öffentlicher Leistungen ablehnend gegenüber stehen.
 
Eine klare Mehrheit von 77 Prozent lehnen weitere Privatisierungen ab, 25 Prozent plädieren sogar für deren Rückabwicklung. Die aus der Befragung resultierenden Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen stellten der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen und der Chef des durchführenden Meinungsforschungsinstituts forsa Manfred Güllner am 7. Oktober 2008 vor der Bundespressekonferenz in Berlin vor. "Wir legen damit die zweite umfassende demoskopische Erhebung zu Kernthemen des öffentlichen Dienstes vor und dokumentieren so Entwicklungen und Einstellungsänderungen im Urteil der Bürger über staatliche Leistungen", sagte Heesen.

"Die Privatisierungsskepsis ist größer geworden. Für mehr als 95 Prozent der Bürger ist unvorstellbar, dass hoheitliche Aufgaben wie die der Polizei, der Gerichte oder des Strafvollzugs privatisiert werden. Auch dass die Leistungen nach der Privatisierung besser oder billiger geworden sind, findet die Mehrheit der Befragten keineswegs, so der dbb Chef.
 
Auch der Deutschen Juristentages hatte sich Ende September in Erfurt, im Beisein von Bundesjustizministerin Zypries, gegen weitere Privatisierungsüberlegungen ausgesprochen. Wörtlich sagte Zypries: „Die öffentliche-rechtliche Abteilung dieses Juristentages wird über die Privatisierung öffentlicher Aufragen diskutieren, und manche meinen, auch bei der Justiz gäbe es Privatisierungspotential. Ich sehe das anders. Ich meine, wir brauchen keine weitere Privatisierung, und schon gar nicht in der Justiz. Wir können das selber, wir können das besser, und – das haben weitere Beispiele aus den Bundesländern gezeigt, -wir können das günstiger“.
 
Der Bundesvorsitzende des BSBD, Anton Bachl, warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor den kurzfristigen Erfolgen und den langfristigen Folgen für den Justizvollzug. “Klar ist schon heute, dass die vermeintlich gesparten Kosten zu Lasten der Sicherheit gehen, aber darüber hinaus auch das Tarif- und Besoldungsgefüge für die Strafvollzugsbediensteten aushebeln. Am Beispiel des Werkdienstes in Baden-Württemberg ist bereits jetzt tendenziös erkennbar, dass sogar das Dienstrecht der Beamten beeinflusst werden soll. Der derzeitig gegangene Weg der Privatisierungen ist ein Irrweg“, sagte Bachl.
 
forsa hatte im Juni 2008 insgesamt 3.112 Bürgerinnen und Bürger befragt. Mehr zur Bürgerbefragung unter http://www.dbb.de/dbb-beamtenbund-2006/dbb-pdf/071008_forsa_buergerbefragung.pdf