BSBD Berlin fordert Anwärtersonderzuschläge für den Justizvollzug

18.08.2008

Nachdem der dbb berlin die Wiedereinführung der Anwärtersonderzuschläge für den Bereich der Berliner Feuerwehr gefordert hat, hat sich auch der BSBD Berlin für die Zahlung der Sonderzuschläge für die Anwärterinnen und Anwärter im allgemeinen Justizvollzugsdienst ausgesprochen. Wie in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes wird auch die Nachwuchsgewinnung für den Justizvollzug immer schwieriger. „Wir benötigen dringend einen sinnvollen Anreiz, um für die zwei Jahre Ausbildungszeit, qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zu finden“, sagte der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny.

Wie die dbb jugend errechnet hat, haben sich die Anwärterbezüge für denn mittleren Dienst seit 1975 von 718,00 DM auf gerade einmal 818,66 € erhöht. Durch das Versorgungsreformgesetz wurden die Anwärterbezüge zum 01.01.1999 sogar noch  einmal um 4 % gekürzt.
„Die meisten Bewerber sind bereits lebensälter und Ende Zwanzig bzw. Anfang Dreißig. Der Schritt sich für den Justizvollzug zu bewerben ist daher oftmals ein finanzielle Rückschritt. Viele Anwärter haben in der zweijährigen Ausbildung erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Das schreckt viele Bewerber ab, die Ausbildung im allgemeinen Justizvollzugsdienst zu beginnen“, sagte Goiny weiter.

Der BSBD spricht sich weiterhin dafür aus, den Einstellungskorridor für den Justizvollzug zahlenmäßig zu erhöhen, um somit die pensionsbedingten Abgänge in den nächsten Jahren Abzufangen. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden bis zum Jahr 2013 von den 2900 Beschäftigten in den Vollzugseinrichtungen 400 in den Ruhestand versetzt. Daher hat die qualifizierte Ausbildung und die Schaffung von Anreizen im Wettbewerb um die Bewerber/innen für den BSBD Berlin eine hohe Bedeutung.