Es geht um die Gesundheit

22.09.2008

Anlässlich des 2. Gesundheitstages am 19.September 2008 in der JVA Tegel, hat der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny, endlich sinnvolle und effiziente Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit im Berliner Justizvollzug eingefordert. „Seit fast einem Jahr ist die Dienstvereinbarung zur Gesundheit im Land Berlin in Kraft. Leider wird diese bisher durch die Justizverwaltung nicht ernsthaft umgesetzt. Gleichzeitig fordern wir, dass die geplante Einführung der Sozialberatung für die Berliner Justiz umgehend umgesetzt wird und nicht nur ein Stück Papier bleibt“ sagte Goiny.

Auf dem Gesundheitstag in der JVA Tegel konnten man sich auf dem Vorplatz zum Tor I wieder an diversen Informationsständen über Arbeitsplatzsicherheit informieren und allgemeine Gesundheitstipps einholen. Zusätzlich wurden Rückenschulungen und Schnuppermassagen sowie Blutdruckmessungen angeboten. Zusätzlich boten die Suchtkrankenhelfer Informationen zum Thema an. Kolleginnen und Kollegen der Sportgruppen berichteten über ihr Angebot und ihrer Erfahrungen. Besonders das Angebot der Bäckerei mit vielen gesunden Vollkornprodukten wurde wieder gerne angenommen.

Der BSBD Berlin fordert eine Sozialberatung nach dem Modell der Berliner Polizei, wo die Beschäftigten bei der Lösung ihrer privaten und dienstlichen Probleme unterstützt und mit ihre Sorgen und Nöten ernst genommen werden. Die Polizei hat eine Erfolgsrate von fast 80 Prozent und kümmert sich von Suchtproblemen der Beschäftigten und schwere persönliche Schicksalsschläge bis hin zur Beratung bei finanziellen Problemen.

Viele einzelne Maßnahmen in den Vollzugsanstalten werden derzeit von engagierten Kolleginnen und Kollegen durchgeführt und wahrgenommen. Allerdings laufen die Maßnahmen ohne eine vernünftige Koordination der obersten Dienstbehörde ins Leere.

Nach Angaben der Justizverwaltung würde die Reduzierung um 1 Prozentpunkt in der Krankenstatistik 18 Planstellen ergeben. „Wir hoffen, dass dieses Rechenbeispiele nicht dazu dienen, die Zahl der Bediensteten weiter zu reduzieren, sondern das der Justizverwaltung ein ehrliches Interesse daran hat, die erkrankten Bediensteten wieder so schnell wie möglich in den aktiven dienst zurück zu holen, Das gilt vor allem für die Dauererkrankten Kolleginnen und Kollegen. Der Vorruhestand kann bei der aktuellen Personalsituation nicht ernsthaft die Alternative für den Berliner Justizvollzug sein““ sagte Goiny weiter.

Leider war der Senatsverwaltung für Justiz der Gesundheitstag in der JVA Tegel entgegen anderer Veranstaltungen, wie z. B. Kunstausstellungen und Theateraufführungen, noch nicht einmal eine Pressemitteilung wert.