Rechtsausschuss tagt zur Personalsituation im Justizvollzug

01.07.2009

Die Fraktionen von Bündis90/Die Grünen und CDU haben aufgrund der bekannt gewordenen Zahlen über die Personalsituation im Berliner Justizvollzug für den 8. Juli 2009 eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt.
 
In der Presseerklärung der CDU heißt es vom Abgeordneten Sven Rissmann dazu: „Seit langem hat die CDU-Fraktion auf den Missstand hingewiesen. Jetzt zeigt sich, dass sich die Situation sogar noch verschärft hat. Wir wollen deshalb von Justizsenatorin von der Aue wissen, welche Ursachen zu diesem Problem geführt haben und welche Maßnahmen insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen ergriffen werden sollen, um dieses Problem zu beheben“.
 
Der Abgeordnete Dirk Behrendt von der Fraktion Bündis90/Die Grünen brachte es in seiner Presserklärung auf den Punkt: „Je mehr Zeit Gefangenen allein in ihrer Zelle verbringen, desto weniger Gelegenheit haben sie für Bildung, Sport und Besuchszeiten. Resozialisierung erfordert intelligenten Personaleinsatz statt Verwahrvollzug“.
 
„Es wird Zeit, dass sich die Öffentlichkeit auch einmal intensiv mit der Situation in den Haftanstalten befasst. Neu Zäune und Kameraüberwachung ersetzten nicht die Beschäftigten in den Haftanstalten.“ äußerte sich der BSBD Landesvorsitzende Thomas Goiny.
 
Der BSBD Berlin kritisiert, dass in den letzten zwei Jahren sowohl das Justizvollzugskrankenhaus (JVK) als auch die IT-Leitstelle in der JVA Charlottenburg mit dem vorhandenen Personal eröffnet wurden. Gleichzeitig wurden nur einige wenige Stellen für das neue Jugendstrafvollzugsgesetzt in der Jugendstrafanstalt und der JVA für Frauen geschaffen. Es steht zu befürchten, dass es für das neue Untersuchungshaftgesetz wiederum nur einige wenige Stellen für die Vollzugsanstalten beantragt werden. Gleichzeitig geht der Personalabbau systematisch weiter.