Genügend qualifiziertes Personal zu finden wird nach Einschätzung von dbb Chef Peter Heesen das Hauptproblem des öffentlichen Dienstes in naher Zukunft. Auf dem vom Behörden Spiegel veranstalteten Kongress „Quo vadis Demographiepolitik?“ verwies Heesen am 1. September 2009 im dbb forum berlin auf jüngste Angaben der Bundesagentur für Arbeit. Danach nimmt aus demographischen Gründen die Zahl potenzieller Arbeitskräfte bis 2025 um mindestens zwei Millionen ab und dann bis 2050 sogar nochmals um mindestens sechs Millionen.
Diese problematische Entwicklung werde im öffentlichen Dienst noch
von den Folgen anhaltenden Stellenabbaus seit der Wiedervereinigung und
von steigenden Pensionierungszahlen in den nächsten Jahren begleitet.
„Die Probleme sind nur lösbar, wenn der öffentliche Dienst auch bei den
Einkommensstrukturen – also bei der Gestaltung von Laufbahnen und
Entgeltordnung - und bei der Höhe der Gehälter attraktiver wird.“ Der
dbb, so Heesen weiter, unterschätze nicht das „hohe Gut des sicheren
Arbeitsplatzes“, das mit einer Einstellung im öffentlichen Dienst
verbunden sei. Dennoch müsse man in der Konkurrenz zur Privatwirtschaft
dem interessierten Berufsnachwuchs auch im Bereich der Einkommen etwas
zu bieten haben. Dazu gehöre seiner Auffassung nach auch eine Bezahlung
nach Leistung, so Heesen.
Der Berliner Senat will bis zum Jahr 2013 die Zahl der Beschäftigten im
öffentlichen Dienst von 109.000 auf 101.000 reduzieren. Diese
Einsparungen beinhalten die altersmäßigen Abgänge aber auch weitere
Stelleneinsparungen. „Statt den öffentlichen Dienst attraktiver und
leistungsfähiger zu gestalten, wird Personal abgebaut und schlecht
bezahlt. Der Senat muss endlich umlenken und darf den sozialen Frieden
in der Stadt nicht noch weiter gefährden“, sagte der Landesvorsitzende
des BSBD Berlin, Thomas Goiny.
Der Berliner Justizvollzug ist der mit der geringsten Bezahlung im
gesamten Bundesgebiet.