BSBD Berlin unterstützt die Haltung des dbb: Personalersatz wird künftiges Hauptproblem im öffentlichen Dienst

03.09.2009

Genügend qualifiziertes Personal zu finden wird nach Einschätzung von dbb Chef Peter Heesen das Hauptproblem des öffentlichen Dienstes in naher Zukunft. Auf dem vom Behörden Spiegel veranstalteten Kongress „Quo vadis Demographiepolitik?“ verwies Heesen am 1. September 2009 im dbb forum berlin auf jüngste Angaben der Bundesagentur für Arbeit. Danach nimmt aus demographischen Gründen die Zahl potenzieller Arbeitskräfte bis 2025 um mindestens zwei Millionen ab und dann bis 2050 sogar nochmals um mindestens sechs Millionen.

Diese problematische Entwicklung werde im öffentlichen Dienst noch von den Folgen anhaltenden Stellenabbaus seit der Wiedervereinigung und von steigenden Pensionierungszahlen in den nächsten Jahren begleitet. „Die Probleme sind nur lösbar, wenn der öffentliche Dienst auch bei den Einkommensstrukturen – also bei der Gestaltung von Laufbahnen und Entgeltordnung - und bei der Höhe der Gehälter attraktiver wird.“ Der dbb, so Heesen weiter, unterschätze nicht das „hohe Gut des sicheren Arbeitsplatzes“, das mit einer Einstellung im öffentlichen Dienst verbunden sei. Dennoch müsse man in der Konkurrenz zur Privatwirtschaft dem interessierten Berufsnachwuchs auch im Bereich der Einkommen etwas zu bieten haben. Dazu gehöre seiner Auffassung nach auch eine Bezahlung nach Leistung, so Heesen.
Der Berliner Senat will bis zum Jahr 2013 die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst von 109.000 auf 101.000 reduzieren. Diese Einsparungen beinhalten die altersmäßigen Abgänge aber auch weitere Stelleneinsparungen. „Statt den öffentlichen Dienst attraktiver und leistungsfähiger zu gestalten, wird Personal abgebaut und schlecht bezahlt. Der Senat muss endlich umlenken und darf den sozialen Frieden in der Stadt nicht noch weiter gefährden“, sagte der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny.
Der Berliner Justizvollzug ist der mit der geringsten Bezahlung im gesamten Bundesgebiet.