Bundesweiter Protest gegen Bild-Kampagne

07.12.2009

Diffamierung der Vollzugsbediensteten durch billigen Sensations-„Journalismus“ in der Bildzeitung löst beim BSBD bundesweite Empörung aus. Nach der gelungen Flucht zweier Inhaftierter aus der JVA Aachen hat die Bildzeitung in einem „Knast-Report“ über die Verhältnisse in den Haftanstalten berichtet.
 
Empört zeigt sich die Landesvorsitzende des BSBD Hessen, Birgit Kannegießer (JVA Weiterstadt), wie die wichtige Arbeit des Justizvollzuges und ein ganzer Berufsstand durch die Bildzeitung - untermalt durch die Aussagen eines Ex-Inhaftierten - verunglimpft wird. Mit billigem Sensations-„Journalismus“ wird hier Kasse gemacht. Die Schilderungen in der heutigen Ausgabe der Bildzeitung sind allenfalls geeignet für ein Drehbuch der RTL-Serie „Frauenknast“, empört sich Kannengießer.
 
Der Bundesvorsitzende des BSBD, Anton Bachl, fordert eine umfassende Debatte über den bundesdeutschen Strafvollzug und zugleich von der Politik, sich für einen modernen und leistungsfähigen Strafvollzug auszusprechen. Gleichzeitig bedauert der BSBD Bundesverband die zurückliegenden Ereignisse und spricht sich mit Nachdruck für eine intensive Aufarbeitung der Geschehnisse, sowie Schlussfolgerungen für die künftige Arbeit im Strafvollzug aus. Es darf aber zu keiner Medienhysterie kommen.
 
Für den BSBD Berlin ist besonders erschreckend, dass in der Senatsverwaltung für Justiz weiterhin der Sparhammer geschwungen wird. „Die Aufgaben werden verdichtet, Personal eingespart und die kläglichen Zulagen für den  Justizvollzug gekürzt. Konzepte und Idee fehlen völlig. Nach dem Mord in der JVA Siegburg, hat es im Berliner Justizvollzug keinen Veränderungen geben“, kritisierte der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny.
 
„Leider lässt sich die Justizsenatorin von der Aue nicht einmal dazu hinreißen, die Berichterstattung der Boulevard-Presse zu kritisieren. Anscheinend akzeptiert die Justizverwaltung diese Berichte, in denen von „Schließern und Wärtern“ abwertend gesprochen und über Sex, Drug und Rock`n Roll berichtet wird.
 
Alle Kolleginnen und Kollegen im Justizvollzug arbeiten täglich mit den schwierigsten Menschen unserer Gesellschaft. Sie werden beschimpft und diffamiert und täglich mit Gewalt und Drogen konfrontiert“, kritisierte Goiny weiter
 
Der BSBD Berlin fordert im Namen aller Beschäftigten im Justizvollzug die Justizsenatorin auf, sich für den Berufsstand im Justizvollzug einzusetzen und dieser Art der Presseberichterstattung ein klare Absage zu erteilen.