Diffamierung der Vollzugsbediensteten durch billigen
Sensations-„Journalismus“ in der Bildzeitung löst beim BSBD bundesweite
Empörung aus. Nach der gelungen Flucht zweier Inhaftierter aus der JVA
Aachen hat die Bildzeitung in einem „Knast-Report“ über die Verhältnisse
in den Haftanstalten berichtet.
Empört zeigt sich die Landesvorsitzende des BSBD Hessen, Birgit
Kannegießer (JVA Weiterstadt), wie die wichtige Arbeit des
Justizvollzuges und ein ganzer Berufsstand durch die Bildzeitung -
untermalt durch die Aussagen eines Ex-Inhaftierten - verunglimpft wird.
Mit billigem Sensations-„Journalismus“ wird hier Kasse gemacht. Die
Schilderungen in der heutigen Ausgabe der Bildzeitung sind allenfalls
geeignet für ein Drehbuch der RTL-Serie „Frauenknast“, empört sich
Kannengießer.
Der Bundesvorsitzende des BSBD, Anton Bachl, fordert eine umfassende
Debatte über den bundesdeutschen Strafvollzug und zugleich von der
Politik, sich für einen modernen und leistungsfähigen Strafvollzug
auszusprechen. Gleichzeitig bedauert der BSBD Bundesverband die
zurückliegenden Ereignisse und spricht sich mit Nachdruck für eine
intensive Aufarbeitung der Geschehnisse, sowie Schlussfolgerungen für
die künftige Arbeit im Strafvollzug aus. Es darf aber zu keiner
Medienhysterie kommen.
Für den BSBD Berlin ist besonders erschreckend, dass in der
Senatsverwaltung für Justiz weiterhin der Sparhammer geschwungen wird.
„Die Aufgaben werden verdichtet, Personal eingespart und die kläglichen
Zulagen für den Justizvollzug gekürzt. Konzepte und Idee fehlen
völlig. Nach dem Mord in der JVA Siegburg, hat es im Berliner
Justizvollzug keinen Veränderungen geben“, kritisierte der
Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny.
„Leider lässt sich die Justizsenatorin von der Aue nicht einmal dazu
hinreißen, die Berichterstattung der Boulevard-Presse zu kritisieren.
Anscheinend akzeptiert die Justizverwaltung diese Berichte, in denen von
„Schließern und Wärtern“ abwertend gesprochen und über Sex, Drug und
Rock`n Roll berichtet wird.
Alle Kolleginnen und Kollegen im Justizvollzug arbeiten täglich mit den
schwierigsten Menschen unserer Gesellschaft. Sie werden beschimpft und
diffamiert und täglich mit Gewalt und Drogen konfrontiert“, kritisierte
Goiny weiter
Der BSBD Berlin fordert im Namen aller Beschäftigten im Justizvollzug
die Justizsenatorin auf, sich für den Berufsstand im Justizvollzug
einzusetzen und dieser Art der Presseberichterstattung ein klare Absage
zu erteilen.