Weiterhin keine Besoldungserhöhung für die Beamtinnen und Beamten?! Wie Glaubwürdig ist dieser Senat noch?

26.06.2009

Zweimal hat der Senat in dieser Woche erklärt, dass es für die Beamtinnen und Beamten zukünftig keine Besoldungserhöhung geben wird. Erst erklärte der Regierende Bürgermeister Wowereit nach der Senatsklausur am Dienstag, dass zwar der Anwendungstarifvertrag zum Jahresende ausläuft und somit der Stand vor dem Solidarpakt 2003 wieder erreicht werden soll. Gleichzeitig „verkaufte“ Klaus Wowereit in der Berliner Abendschau, die von den Arbeitnehmern einseitig erbrachten Gehaltverluste zur Sanierung des Landeshaushalts, als Gehalterhöhung.
 
Darüber hinaus sei wenig Spielraum

 
„Darüber hinaus sein wenig Spielraum.“, wird der Regierende Bürgermeister zitiert. Das bedeutet nicht nur keine Anpassung an das Gehaltsniveau der übrigen Bundesländer, sondern gar keine Erhöhung. Gestern legte Innensenator Körting noch „eins drauf“. In der gestrigen Abgeordnetenhaussitzung verwies der Innensenator darauf, dass die Bezüge nicht gekürzt worden und deshalb auch keine Erhöhung zu erwarten seien. Das schließt das Weihnachtsgeld mit ein. Wieder wird die Haushaltslage als Argument herangezogen. „Eine Erhöhung der Bezüge wie früher kommt nicht in Frage und ist angesichts der Haushaltslage nicht zu verantworten.“, sagte Körting gegenüber dpa.
 
Wie glaubwürdig ist dieser Senat noch?
 
Der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny, stellt die Glaubwürdigkeit des Senats in Frage. „Alle Beschäftigtengruppen haben im Rahmen des Solidarpaktes erhebliche Einkommenskürzungen hinnehmen müssen. Das hat vielen Beschäftigten wehgetan und viele mussten sich privat umstellen. Jetzt gefährdet der Senat den sozialen Frieden mit seinen Äußerungen. Fast hat man den Eindruck es ist ein Wettkampf entstanden, nach dem Motto: Wer kann Dr. Sarrazin am besten ersetzen!“
 
Der jetzige Senat hat in seiner Amtszeit mehr Schulden gemacht, als Berlin durch die Bankenkrise an Bürgschaften aufnehmen musste. Dafür haben wir alle zusätzlich Verzicht geübt. Jetzt werden die Beamtinnen und Beamten zusätzlich bestraft. „Das ist eine Unverschämtheit.“, protestiert Goiny weiter.
 
„Der BSBD Berlin erwartet von Justizsenatorin von der Aue, dass sie sich für eine deutliche Besoldungserhöhung einsetzt. Der Berliner Justizvollzug ist der schlecht Bezahlteste in ganz Deutschland. Auch im Vergleich zu den anderen Vollzügen in Berlin, wie Feuerwehr und Polizei, stehen wir erheblich schlechter da. Das muss endlich aufhören!“, forderte Goiny abschließend.