Personalsituation wird zum Sicherheitsproblem - BSBD Berlin kritisiert die verfehlte Personalpolitik des Senats

29.06.2009

In einem heute in der Berliner Morgenpost veröffentlichten Artikel wird zum wiederholten Mal auf die dramatische Personalsituation im Justizvollzug hingewiesen. Der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny, bestätigt aus seiner Sicht die Zahlen. „In allen Vollzugsanstalten ist inzwischen eine erhebliche Personalunterdeckung eingetreten. Die Personalsituation in der JVA Tegel ist symptomatisch für die Situation in den Berliner Strafvollzugseinrichtungen“, wird Goiny zitiert.
 
Goiny kritisiert weiterhin, dass es politische Wille ist,  Personal einzusparen. Das bedeute, gerade in Anstalten wie der JVA Tegel und der JVA Moabit (cirka 1080 Insassen), die Gefangenen „nur noch wegschließen“ zu können. Das verstärke Frust und Aggressivität bei den Gefangenen und belaste die Justizbediensteten in erheblichem Maße.
 
Seit Jahren kritisiert der BSBD Berlin die Personalsituation in den Justizvollzugsanstalten. So wurden z. B das Justizvollzugskrankenhaus und die Zentrale IT-Stelle in der JVA Charlottenburg aus dem eigenen Personalbestand eröffnet. Gleichzeitig sind viele Stellen unbesetzt und werden nicht ausgeschrieben.
„Die tatsächlichen Stellenpläne und Arbeitsplatzbewirtschaftungslisten werden den Personalräten vorenthalten. Eine Überprüfung der gesamten Personalstruktur in den Vollzugsanstalten wird dadurch erheblich erschwert. Wir fordern daher die Justizsenatorin von der Aue auf, endlich die Zahlen zur Verfügung zu stellen und den Personalabbau auch durch Privatisierungsmaßnahmen zu stoppen“ sagte Goiny abschließend.
 
Der gesamte Wortlaut des Artikels ist hier nachzulesen.