„Nach langer Wartezeit war das kein wirkliches Angebot, das Innensenator Körting heute den Beschäftigten des Landes Berlin präsentiert hat,“ kommentiert Willi Russ, 2. Vorsitzender und Verhandlungsführer der dbb tarifunion, am 29. September 2009 in Berlin die Arbeitgebervorstellungen. Russ: „Das ist eine Mogelpackung im Tarifregal, mit der sich der Senat über die Abgeordnetenhauswahlen im Herbst 2011 retten will. Die Perspektive, wie der Bezahlungsrückstand zu den übrigen Bundesländern aufgeholt werden soll, fehlt völlig.“
Joachim Jetschmann, der Vorsitzende des dbb berlin ergänzt:„Das einzig Positive ist, dass ab Januar 2010 für alle Beschäftigten der TV-L gelten soll und für die momentan beschäftigten Arbeiter der TVöD, ansonsten will der Senat sogar noch sparen.“
Unter anderem sieht das Senatsangebot ab 1. Januar 2011 Entgelterhöhung um 1,2 % (ausgehend von der Basis der Entgelte des Jahres 2004, plus Weiterzahlung des Sockelbetrages von 65 Euro), die Zahlung von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld nach den Regeln des TV-L bzw. TVöD auf Westniveau sowie eine einheitliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden vor. 2012 plant Berlin den Wiedereintritt in die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Willi Russ abschließend: „Das heutige Angebot ist völlig unzureichend und muss vom Senat in der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Oktober 2009 deutlich nachgebessert werden.“