FDP kritisiert Senatsbeschluss zur Besoldungsanpassung

12.05.2010

In einer ersten Stellungnahme hat die FDP Fraktion im Abgeordnetenhaus den Vorschlag des Senats zur Besoldungsanpassung kritisiert und endlich einen fairen Umgang mit den Beamtinnen und Beamten gefordert. In der Presseerklärung heißt es:
 
Besoldungserhöhung muss von strukturellen Entscheidungen begleitet werden! Senat muss endlich Personalbedarfs- und Personalentwicklungskonzept vorlegen!
 
Björn Jotzo, stellvertretender Vorsitzender haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, erklärt zu der vom Senat geplanten Besoldungserhöhung für die Beamtinnen und Beamten des Landes Berlin:
 
„Die geplanten Besoldungserhöhungen sind ohne strukturelle Entscheidungen im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin wertlos. Der Senat beschließt jetzt Almosen für die Beamtinnen und Beamten, statt ihnen eine klare Zukunftsperspektive mit einer langfristig angemessenen Besoldung aufzeigen.
 
Wir fordern den Senat seit Jahren auf, endlich ein langfristiges Personalbedarfs- und Personalentwicklungskonzept zu erarbeiten. Dieses muss eine ausführliche Landes- und Bezirksaufgabenkritik und die sich daraus ergebenden Personalmaßnahmen enthalten. Nur so kommen wir langfristig zu einem schlanken, gut ausgestatteten und angemessen bezahlten öffentlichen Dienst im Land Berlin.
 
Im Rahmen dieses Konzepts ist eine Zielgröße festzulegen, auf die der Stellenkörper des Landes in den nächsten Jahren zu reduzieren ist. Diese Zielgröße muss unter der Zahl von 93.000 Stellen liegen, die im Stadtstaatenvergleich schon heute die angemessene Größe wäre (aktueller Stand 2009: 108.452 VZÄ). Das verbleibende Personal im Land Berlin ist zudem auch angemessen fortzubilden und jedenfalls so zu entlohnen, wie es in den anderen Bundesländern üblich ist, damit Berlin im Wettbewerb um das beste Personal bestehen kann.

Stattdessen vertagt der Senat auch im Bereich des Personals die notwendigen Entscheidungen auf die Jahre 2012 und folgende und hinterlässt der Folgeregierung damit einen Scherbenhaufen. Vom Finanzsenator erwarten wir hier mehr konkrete Antworten und weniger substanzlose Ankündigungen! Wie sieht seine Zielzahl für den Öffentlichen Dienst in Berlin aus? Wann rechnet er mit einer Anpassung der Besoldung an das Bundesniveau? Wie will der Senat die Qualität der Bürgerdienste aufrecht erhalten?“