BSBD Berlin: Der Senat beweist wieder einmal seine Beamtenfeindlichkeit

19.02.2010

Der vom Innensenator Dr. Erhrhart Körting in einem Interview mit der Berliner Morgenpost zum Ausdruck gebrachten langjährig gepflegten Beamtenfeindlichkeit des Senats von Berlin tritt der BSBD Berlin mit Nachdruck entgegen und unterstützt ausdrücklich die Forderung des dbb berlin.
 
Unter dem Deckmantel der Forderung nach mehr Gerechtigkeit im Gehaltsgefüge des öffentlichen Dienstes bedauert der Innensenator im Grunde, dass er mangels Kompetenz die Beamtinnen und Beamten nicht in die Sozialversicherung einbeziehen kann.
 
„Wer dies bedauert, der will das Berufsbeamtentum abschaffen“, äußerte sich der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, zu der beamtenfeindlichen Grundsatzposition des Innensenators.
 
Zur konkreten Einkommenssituation der Beamtinnen und Beamten lässt der Innensenator eine Reihe von Tatsachen aus.
 
So äußert sich der Innensenator nicht zu dem bei den  Tarifbeschäftigten anerkannten Grundsatz, dass künftig wieder das allgemeine  Entgeltniveau der anderen Bundesländer auch bei den Beamtinnen und Beamten  gelten soll.
 
„Auch dem Innensenator dürfte nicht verborgen geblieben sein, dass  die Grundgehälter seit August 2004 in Berlin nicht mehr angehoben worden sind  und erheblich niedriger als vergleichbare Gehälter in den anderen Bundesländern sind“, stellte der Landesvorsitzende des dbb berlin fest.
 
Jetschmann weiter: „Damit hat der Senat von Berlin zum Solidarpakt  2003 einseitig bei den Beamtinnen und Beamten zusätzlich einen  milliardenschweren Sparbeitrag zu Lasten der Beamtenschaft  erwirtschaftet!“
 
Vom Innensenator wird auch verschwiegen, dass die Kürzungen bei den Gehältern durch den Solidarpakt 2003 bis zum 31. 12. 2009 befristet waren. Bei den Tarifbeschäftigten sind die Gehaltskürzungen zum 1. Januar  2010 rückgängig gemacht worden, jedoch bei den Beamtinnen und Beamten  nicht.
 
„Wer in diesem Zusammenhang von Gerechtigkeit spricht, der  verspottet die Berliner Beamtinnen und Beamten“, führte der Landesvorsitzende  des dbb berlin zum Interview des Innensenators weiter aus.
 
Der dbb berlin bedauert außerordentlich, dass der Innensenator im  Auftrage des Regierenden Bürgermeisters die Forderung nach sofortiger Aufnahme  von Besoldungsverhandlungen mit unsachlichen Äußerungen  beantwortet.

„Der Senat wird erneut aufgefordert, unverzügliche  Besoldungsverhandlungen mit dem dbb berlin aufzunehmen, um die Grundlagen für  die Struktur der Beamtenbesoldung in Berlin zu erörtern“, führte Jetschmann  abschließend aus.