„Die rund 50.000 Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes in Berlin
brauchen endlich klare Perspektiven.“ Das haben dbb tarifunion und dbb berlin
am Vortag der Fortsetzung der Tarifverhandlungen mit dem Berliner Senat noch
einmal klar gemacht. „Wir erwarten morgen ein verhandelbares Angebot von
Innensenator Ehrhart Körting, das den Beschäftigten faire Aussichten ab diesem
Jahr bietet“, sagte Willi Russ, 2. Vorsitzender und Verhandlungsführer der dbb
tarifunion am 19. Januar 2010. „Mit dem Eiertanz der vergangenen Runden muss
endgültig Schluss sein. Wir wollen einen Abschluss!“
Die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten nach sieben Jahren aktiver
Beteiligung an der Haushaltskonsolidierung des Landes eine deutliche
Verbesserung ihrer Einkommens- und Beschäftigungsbedingungen verdient, so
Russ. „Der Weg dorthin ist ganz einfach: Berlin übernimmt den bestehenden
Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, angepasst an die
besonderen Gegebenheiten in der Hauptstadt.“ Durch eine Rückkehr Berlins in
die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) könnten die Berliner
Beschäftigten, die im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen in anderen
Bundesländern mittlerweile rund sechs Prozent Gehaltsgefälle hinnehmen
müssten, Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung im öffentlichen
Dienst halten. „Das ist nur gerecht: Gleiches Geld für gleiche Arbeit“, sagte
Russ.
Joachim Jetschmann, Vorsitzender des dbb berlin, wies vor der Verhandlungsrunde darauf hin, dass die Beschäftigten eine unmittelbare Ost-West-Angleichung erwarten: „Sowohl bei der Arbeitszeit als auch beim Kündigungsschutz muss der Senat jetzt endlich gleiches Recht für alle schaffen.“