dbb berlin verlangt für 2010 echte Besoldungsanpassung statt täuschender Augenwischerei

20.05.2010

Die in der Pressemitteilung des Senators für Inneres und Sport, Dr. Körting, am 11. Mai angekündigte Anpassung der Besoldung der Beamtinnen und Beamten zum 1. Oktober 2010 in Höhe von 1,5 Prozent erweist sich in Wahrheit als plumpe Falle, da die für den Dezember 2010 fällige Sonderzahlung von 940 Euro im Jahre 2009 auf 640 Euro gesenkt wird.
 
Die Pressemitteilung des Innensenators enthält über die gesetzlich seit dem 1. Oktober 2008 vorgesehene Absenkung der jährlichen Sonderzahlung keine Angaben. Damit täuscht der Innensenator nicht nur die Beamtinnen und Beamten. Er erweckt bewusst in der Öffentlichkeit einen völlig falschen Eindruck über die Besoldungserhöhungen.
 
Im Gegensatz zum Jahre 2009 erhält zum Beispiel ein/e verheiratete/r Beamtin/Beamter in der Besoldungsgruppe A 8, Stufe 7, im Alter von 35 Jahren im Jahre 2010 trotz der vom Senat vorgeschlagenen Besoldungsanpassung im Jahre 2010 tatsächlich 105 Euro/brutto weniger Grundgehalt. Auch ein/e verheiratete/r Beamtin/Beamter im Alter von 40 Jahren in der Besoldungsgruppe A 10, Stufe 8, muss beispielsweise eine Minderung der Besoldung in Höhe von 62,01 Euro nach dem Körting-Vorschlag in diesem Jahre hinnehmen.
 
Der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, fordert: „Der Senat muss noch für 2010 für die Beamtinnen und Beamten des Landes Berlin eine echte Besoldungsanpassung vorsehen, ohne dass die jährliche Sonderzahlung zur Finanzierung von Erhöhungen der Grundgehälter herangezogen wird. Der dbb berlin erwartet die Vorlage eines neuen Vorschlages für die Besoldungsanpassung im Jahre 2010.“

Gleichzeitig mahnt der dbb berlin die gesetzlich vorgeschriebene beamtenrechtliche Beteiligung zum Gesetz zur Besoldungsanpassung- und Versorgungsanpassung für Berlin 2010/2011 an, die nach Kenntnis des dbb berlin in dem Beschluss des Senats vom 11. Mai erstaunlicherweise nicht vorgesehen ist.