Kaum Beamter, schon krank! Mit diesen oder ähnlichen
Negativ-Meldungen hat die Presse in den letzten Tagen immer wieder die
Zahl der Frühpensionierungen und gleichzeitig die hohen Pensionslasten
für die Landeskasse moniert. Vor allem die hohe Zahl der Pensionierungen
in den Bereichen des Polizei-, Feuerwehr- und Justizvollzuges wird
kritisiert.
Gleichzeitig versucht der Senat alles erdenklich Mögliche, um den
Personalabbau im öffentlichen Dienst voranzutreiben.
Für den Landesvorsitzenden des BSBD Berlin, Thomas Goiny, ist die hohe
Dauerbelastung im Justizvollzugsdienst das Hauptproblem. „Schicht- und
Wechselschichtdienst in immer längeren Phasen, ohne ein freies
Wochenende im Monat, die Ungewissheit des Alltages und die
Arbeitsverdichtung durch Personalmangel sind nur die Hauptprobleme der
Erkrankungen“, äußert sich Goiny.
Dadurch erhöht sich die Mehrarbeit. Hinzu kommt der altersbedingte
Personalabbau, der in den nächsten 5 Jahren fast 20 Prozent beträgt und
die Belastungen zusätzlich erhöht.
Bereits im Jahr 2003 hat das Institut für Psychologie der Universität
Potsdam eine Studie über die Belastung im Justizvollzug veröffentlicht.
„Die Studie ist von Seiten der Dienstellenleitungen und der
Senatsverwaltung unbeachtet geblieben. Auch die sog. „Kienbaumstudie“
über die Tätigkeiten des allgemeinen Vollzugsdienstes von 2007, hat die
Belastung bestätigt. Leider wurden die Ergebnisse nur im Sinne von
zusätzlichen Einsparmöglichkeiten betrachtet“, kritisiert Goiny die
Ergebnisse.
Auch die Umgangsformen haben in den letzten Jahren sehr gelitten.
Mobbing ist eine immer wieder auftretende Diagnose, mit der
Mitarbeiter/innen krankheitsbedingt den Dienst quittieren. Für den BSBD
Berlin steht deshalb das „Warum“ an erster Stelle bei der Frage der
Erkrankungen.
Der BSBD Berlin fordert die Senatsverwaltung deshalb auf, wieder für
einen menschlichen Personalumgang zu sorgen und mit gutem Beispiel
voranzugehen.
Dazu gehören u. a.: