Wer fragt schon nach dem „Warum“?

26.05.2010

Kaum Beamter, schon krank! Mit diesen oder ähnlichen Negativ-Meldungen hat die Presse in den letzten Tagen immer wieder die Zahl der Frühpensionierungen und gleichzeitig die hohen Pensionslasten für die Landeskasse moniert. Vor allem die hohe Zahl der Pensionierungen in den Bereichen des Polizei-, Feuerwehr- und Justizvollzuges wird kritisiert.
 
Gleichzeitig versucht der Senat alles erdenklich Mögliche, um den Personalabbau im öffentlichen Dienst voranzutreiben.
 
Für den Landesvorsitzenden des BSBD Berlin, Thomas Goiny, ist die hohe Dauerbelastung im Justizvollzugsdienst das Hauptproblem. „Schicht- und Wechselschichtdienst in immer längeren Phasen, ohne ein freies Wochenende im Monat, die Ungewissheit des Alltages und die Arbeitsverdichtung durch Personalmangel sind nur die Hauptprobleme der Erkrankungen“, äußert sich Goiny.
 
Dadurch erhöht sich die Mehrarbeit. Hinzu kommt der altersbedingte Personalabbau, der in den nächsten 5 Jahren fast 20 Prozent beträgt und die Belastungen zusätzlich erhöht.
 
Bereits im Jahr 2003 hat das Institut für Psychologie der Universität Potsdam eine Studie über die Belastung im Justizvollzug veröffentlicht. „Die Studie ist von Seiten der Dienstellenleitungen und der Senatsverwaltung unbeachtet geblieben. Auch die sog. „Kienbaumstudie“ über die Tätigkeiten des allgemeinen Vollzugsdienstes von 2007, hat die Belastung bestätigt. Leider wurden die Ergebnisse nur im Sinne von zusätzlichen Einsparmöglichkeiten betrachtet“, kritisiert Goiny die Ergebnisse.
 
Auch die Umgangsformen haben in den letzten Jahren sehr gelitten. Mobbing ist eine immer wieder auftretende Diagnose, mit der Mitarbeiter/innen krankheitsbedingt den Dienst quittieren. Für den BSBD Berlin steht deshalb das „Warum“ an erster Stelle bei der Frage der Erkrankungen.
 
Der BSBD Berlin fordert die Senatsverwaltung deshalb auf, wieder für einen menschlichen Personalumgang zu sorgen und mit gutem Beispiel voranzugehen.
 
Dazu gehören u. a.: