Der Landesvorsitzende des BSBD Berlin, Thomas Goiny, hat von der Justizsenatorin klare Konzepte und Zahlen für die personelle Ausstattung des Justizvollzuges gefordert. Die aktuelle Diskussion, die der Finanzsenator ins Spiel gebracht hat, ist deshalb so katastrophal, weil wir nicht irgendeinen Ausbildungskorridor erfüllt haben, sondern jede Vollzugsanstalt gezielt das Personal ausgesucht und eingestellt hat, wie es die Stellensituation hergibt. "Alle Bemühungen der letzten Jahre den Altersdurchschnitt im Justizvollzug zu senken, sind für die Mülltonne, wenn die sich derzeit in Ausbildung befindlichen Anwärter/innen nicht übernommen werden können" sagte Goiny.
Besonders in der JVA Plötzensee hebt sich der Altersdurchschnitt seit Jahren. Im letzten Jahr war im allgemeinen Vollzugsdienst der Altersdurchschnitt bei 49 Jahren angelangt. "Wenn das so weiter geht, müssen die Inhaftierten bald die Beschäftigten betreuen und nicht umgekehrt" erklärte Goiny dazu.
In einem Artikel der Berliner Morgenpost hatte der Finanzsenator gezielt Einsparungen im Justizvollzug angekündigt. "Das eine Verwaltung so in der Presse erwähnt wird, ist schon ein besonderer Vorgang, wo wir schon gerne gewusst hätten, was sich dahinter verbirgt", sagte Goiny weiter.
Zwischenzeitlich hat auch die CDU-Fraktion die Forderung des BSBD Berlin erneuert unterstützt und das Personalchaos kritisiert. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Cornelia Seibeld, und der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sven Rissmann, haben in einer Presseerklärung Position bezogen:
"In den nächsten Jahren wird sich das Personal im Justizvollzug altersbedingt deutlich reduzieren. Hier wäre es notwendig, frühzeitig und vorausschauend vorzusorgen. Das Gegenteil davon macht aber die Justizsenatorin, wenn sie den derzeit in der Ausbildung befindlichen Justizvollzugsanwärtern, denen sie ursprünglich die Übernahme versprochen hatte, nun die Weiterbeschäftigung verwehrt.
In einem Gespräch mit der Justizsenatorin Mitte Juli wird die Landesleitung des BSBD Berlin versuchen, Licht in das Dunkle zu bringen. Der BSBD Berlin fordert die komplette Weiterbeschäftigung aller sich derzeit in Ausbildung befindlichen Anwärter/innen und eine klare Personalbedarfsberechnung über das Jahr 2018 hinaus!